Mobileread
eReader, die Anmerkungslinks kapieren
#11  Doitsu 04-11-2015, 02:35 PM
Quote brucewelch
Na gut, wenn hier keine Post mehr kommt, dann ziehe ich für mich mal folgendes Fazit:
Ich würde das Fehlen von Antworten nicht mit Desinteresse gleichsetzen. Das Problem ist eher "systembedingt", weil bei eReadern mit Touchscreens bestimmte Bildbereiche auch für das Weiter- bzw. Zurückblättern vordefiniert sind und das Gerät das nicht genaue Tippen auf einen Link als Weiterlättern-Geste auffassen kann.

Quote brucewelch
1. Das Projekt "universelles elektronisches Lesegerät via E-Ink" ist vorerst gescheitert.
Das gilt allenfalls für Benutzer im wissenschaftlichen Bereich, die eBooks wegen mangelnder Seitenzahlen nicht (so einfach) zitieren können. Und da die meisten Leser wahrscheinlich eher Belletristik mit eBook-Lesegeräten lesen, ist es nicht verwunderlich, dass die Fußnotenfunktion nicht so übermäßig gut entwickelt ist.
Allerdings unterstützen einige Lesegeräte auch bei ePub2-Büchern die heuristische Fußnotenerkennung. D.h. Fußnoten werden (auch ohne besondere semantische Markierung) als Popups angezeigt, wenn sie als Endnoten definiert wurden. Und im ePub3-Standard wurde extra ein spezielles Fußnoten-Markup eingeführt.

D.h. es besteht durchaus Hoffnung, dass die nächste Generation von eBook-Lesegeräten mit ePub3-Unterstützung und noch hochauflösenderen Displays Fußnoten besser erkennen wird.

Quote brucewelch
2. Die Produzenten setzen nur noch auf ex-and-hop-Lektüre, und die Leser stellen sich dem nicht entgegen.
Da der Otto-Normal-Leser i.d.R. nicht die entsprechenden technischen Kenntnisse hat und deshalb auch nicht weiß, dass man u.a. Fußnoten besser gestalten könnte ist das nicht weiter verwunderlich.
Ich finde es viel nervender, dass große deutsche eBook-Dienstleister bei Büchern oft anstelle des Autors den Verlag bei den Metadaten eintragen, worüber sich auch keiner beschwert.

Quote brucewelch
3. Wer die vielfältigen Möglichkeiten eines vollverlinkten eBooks als Buchmacher auslotet, arbeitet inzwischen für die Katz, will sagen: für eine Minderheit von Spezialisten [...]
Er arbeitet auch für eine Minderheit von Lesern, die diese Bücher auf Tablets mit hochauflösenden Bildschirmen lesen und Fußnoten problemlos auswählen können.
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#12  brucewelch 04-11-2015, 04:13 PM
Quote Doitsu
Ich würde das Fehlen von Antworten nicht mit Desinteresse gleichsetzen.
Ich werfe hier keinem "Desinteresse" vor.

Quote Doitsu
Das gilt allenfalls für Benutzer im wissenschaftlichen Bereich ...
Was heißt denn "universell"?


Quote Doitsu
Da der Otto-Normal-Leser i.d.R. nicht die entsprechenden technischen Kenntnisse hat und deshalb auch nicht weiß, dass man u.a. Fußnoten besser gestalten könnte ist das nicht weiter verwunderlich.
Es geht doch hier nicht um technische Kenntnisse von irgendwem, sondern um Anwendungsformen, die schon existiert haben und ja nun zweifelsfrei zurückgefahren worden sind.


Quote Doitsu
Ich finde es viel nervender, dass große deutsche eBook-Dienstleister bei Büchern oft anstelle des Autors den Verlag bei den Metadaten eintragen, worüber sich auch keiner beschwert.
Reklame für irgendwelche eBook-Seller wirst du von mir nirgendwo gelesen haben. Was die machen, ist zudem hier nicht Bestandteil der Fragestellung.

Quote Doitsu
Er arbeitet auch für eine Minderheit von Lesern, die diese Bücher auf Tablets mit hochauflösenden Bildschirmen lesen und Fußnoten problemlos auswählen können.
Jedenfalls aber auch insofern derzeit nur für Minderheiten.
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#13  Doitsu 04-11-2015, 04:19 PM
Quote brucewelch
Es geht doch hier nicht um technische Kenntnisse von irgendwem, sondern um Anwendungsformen, die schon existiert haben und ja nun zweifelsfrei zurückgefahren worden sind.
Was meinst Du mit "Anwendungsformen" und wer hat die Deiner Meinung nach zweifelsfrei zurückgefahren?
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#14  brucewelch 04-12-2015, 11:15 AM
Doitsu, wir pflegen uns nicht zu verstehen. Ich bedaure das.

Mit "Anwendungsformen" meine ich natürlich konkret die Möglichkeit, Links eines komplexeren eBooks durchweg erfolgreich zu betätigen. Das ist es doch, worum es in diesem Thread gehen soll. Jeder Versuch, eines der eBooks von Pynch z.B. auf dem Tolino Vision ans Laufen zu bringen, scheitert, wenn man nicht gerade 10.000 Seiten eine nach der anderen hintereinander lesen will. Aber dafür hat Pynch seine eBooks garantiert nicht gemacht. Keiner liest eine Klassiker-Ausgabe von vorne bis hinten durch, sondern benutzt - egal ob Print oder elektronisch - Inhaltsverzeichnisse, Register usw. Bei den etwas älteren, mit diesbezüglichen Tasten ausgerüsteten eReadern ist das bekanntlich kein Problem. Und der Gebrauch von solchen Verweisen ist doch gerade das Tolle an elektronischen Büchern: man kommt hier viel schneller zum Ziel. -
Das heißt, es gab hier eine "Anwendungsform", die bei den neuesten Geräten so anscheinend nicht mehr existiert - ich sage anscheinend: denn der Sinn dieses Threads sollte ja auch in einer Bestandsaufnahme hierzu liegen; oder hast du Lust, alle derzeit käuflich erwerbbaren eReader zu erstehen? Da die sog. "Tests" sich, wie mmat1 ja schon bestätigt hat, sich hierüber in unverständlicher Weise ausschweigen, sah ich keine andere Möglichkeit. Dieses Anliegen scheint aber hier nicht angenommen zu werden.
Ja, und wer soll diese "Anwendungsformen" denn schon "heruntergefahren" haben? Natürlich die eReader-Produzenten, die auf die Bereitstellung solcher Anwendbarkeiten offenkundig keinen Wert mehr legen. Ist die These vermessen, dass dahinter eine bloße verkaufsfördernde Anbiederung an Smartphone-Habitualisierungen steckt?
Es soll mir bloß keiner erzählen, dass da immer alles Fortschritt ist, was so entwickelt wird und massenhaft im Gebrauch ist. Zwischen der CD und MP3 etwa liegen akustische Welten. Das war schon bei der Musikcassette im Verhältnis zur Spulen-Bandmaschine so. - Zum Glück gibt's aber noch CDs, während ich bei der eReader-Entwicklung zweifele, dass auch Minderheitenwünsche, die ein wirklich "universelles" elektronisches Lesegerät auf e-Ink-Basis möchten, noch berücksichtigt werden.
Ein solches braucht man eben nicht nur für wissenschaftliche Texte, sondern auch für Editionen, wie ich sie oben erwähnte.
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#15  Doitsu 04-12-2015, 04:00 PM
Quote brucewelch
Jeder Versuch, eines der eBooks von Pynch z.B. auf dem Tolino Vision ans Laufen zu bringen, scheitert, wenn man nicht gerade 10.000 Seiten eine nach der anderen hintereinander lesen will.
Du kannst aber nicht aus Problemen mit einem einzigen Hersteller schließen, dass alle Hersteller an einer vernünftigen Handhabung von Fußnoten nicht interessiert sind.
Ich habe zum Beispiel zu Testzwecken Deine Version von "Ruhe ist die erste Bürgerpflicht" und Pynchs "Jean Paul" ohne Quellcode-Änderungen in Kindle-AZW3-Bücher konvertiert und bei beiden wurden die Fußnoten nach Antippen durch die entsprechende Heuristik-Funktion erkannt und als Popups dargestellt, obwohl der PW2 sowohl das Tippen als auch das Wischen als Weiterblätter-Gesten unterstützt. Es geht also. (Einige Kobo-Touchscreen-Modelle sollen auch eine ähnliche Heuristikfunktion zum Erkennen von Fußnoten und Anzeigen als Popups haben.)

Quote brucewelch
Keiner liest eine Klassiker-Ausgabe von vorne bis hinten durch, sondern benutzt - egal ob Print oder elektronisch - Inhaltsverzeichnisse, Register usw. Bei den etwas älteren, mit diesbezüglichen Tasten ausgerüsteten eReadern ist das bekanntlich kein Problem. Und der Gebrauch von solchen Verweisen ist doch gerade das Tolle an elektronischen Büchern: man kommt hier viel schneller zum Ziel.
Ich bin von einem K3 mit Tasten auf einen PW2 mit Touchscreen umgestiegen und vermisse die viel zu kleinen Tasten überhaupt nicht, weil ich mit dem Touchscreen Fußnoten viel schneller als mit Tasten auswählen kann. Aber das ist natürlich letztendlich reine Geschmackssache.

Quote brucewelch
denn der Sinn dieses Threads sollte ja auch in einer Bestandsaufnahme hierzu liegen; oder hast du Lust, alle derzeit käuflich erwerbbaren eReader zu erstehen?
Für eine Bestandsaufnahme wäre es vielleicht ganz sinnvoll, wenn Du sowohl eine ePub2-Testdatei mit als Endoten realisierte Fußnoten und eine ePub3-Datei mit der neuen Fußnoten-Syntax erstellen würdest und im MR-ePub-Form mit der Bitte um Tests mit möglichst vielen unterschiedlichen Lesegeräten postest.

D.h. die Tester sollen sagen:

a) ob eine oder beide Dateien auf ihren jeweiligen Geräten als Popups angezeigt werden.
b) ob beim ungenauen Tippen das Lesegerät manchmal weiterblättert oder immer zu den Endnoten springt.

(Eine ePub3-Datei kannst Du mit dem ePub3-Sigil-Plugin erstellen; Du müsstest nur vorher manuell einige Fuß- und Endnoten mit der neuen Syntax markieren, weil das Plugin keine Heuristikfunktionen hat und die ePub2-Dateien nur formell in die entsprechenden ePub3-Formate konvertiert ohne XHTML-Tags zu ändern.)

Quote brucewelch
Zum Glück gibt's aber noch CDs, während ich bei der eReader-Entwicklung zweifele, dass auch Minderheitenwünsche, die ein wirklich "universelles" elektronisches Lesegerät auf e-Ink-Basis möchten, noch berücksichtigt werden.
Meiner Meinung nach wurden Lesegeräte analog zu MP3-Playern in erster Linie als einfach zu bedienende "Abspielgeräte" für elektronische Bücher entwickelt. Einige Hersteller wie Amazon und Kobo haben aber erkannt, dass man mit innovativen Funktionen punkten und Kunden für die angeschlossenen eBook-Websites gewinnen kann.
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#16  brucewelch 04-13-2015, 01:46 PM
- Den Tolino Vision habe ich als mögliche Tendenz genannt (mmat1 hat diese bestätigt). Wenn ich glauben würde, dass es keine anderen Lösungen bei anderen Fabrikaten gibt, hätte ich nach diesen nicht gefragt.

- Gerade die Kindle-Geräte betrachte ich wegen der Format-Einschränkung nun allerdings gar nicht als "universelle" Lesegeräte. -
Zudem: sieht mein ePub-eBook nach der Kindle-Konversion noch so aus, wie ich es gemacht habe? Ich habe noch keine Konversion erlebt, die nicht empfindliche Veränderungen herbeiführte.

- Wie mmat1 schon ausführte, ist das Link-Erkennungsproblem anscheinend im Wesentlichen keine Hardware-, sondern eine Software-Frage. Gegen eine durch Antippen aufpoppende Anmerkung o.ä. habe ich ja gar nichts, wenn die Software denn entsprechende Einstellungen zulässt. Dass Tasten hier langsamer sind als die Direktanwahl per touch, ist ja vollkommen klar. Aber diese Direktanwahl muss dann eben auch vorgesehen sein.

- Hier irgendein extra produziertes Test-ePub hochzuladen, kann man sich wohl sparen. Du hast ja selbst zwei geeignete ePubs genannt: "Jean Paul", von Pynch, sowie Alexis, Willibald: "Ruhe ist die erste Bürgerpflicht". Beide sollten wohl ohne hier eigens eingefügte Links gefunden werden können.

- Was deine ePub3-Vorschläge angeht, so wärest du sicher der Beste, selbst eine entsprechende Testreihe in die Hand zu nehmen.

- Ohne Kaffesatzlesen wage ich inzwischen die These, dass die Anzahl gemeldeter Testergebnisse in beiden Fällen höchst überschaubar bleiben wird.
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#17  Doitsu 04-13-2015, 03:36 PM
Quote brucewelch
Zudem: sieht mein ePub-eBook nach der Kindle-Konversion noch so aus, wie ich es gemacht habe? Ich habe noch keine Konversion erlebt, die nicht empfindliche Veränderungen herbeiführte.
Das mag vielleicht für das alte Mobi7-Format gelten, das nur HTML 3.2 unterstützt hat, aber das bereits vor ein paar Jahren eingeführte neue Kindle-Format AZW3 unterstützt ePub2/XHTML und sogar einige CSS3/HTML5-Elemente.
Praktisch heißt das, dass man i.d.R. ePubs ohne Änderungen 1:1 in AZW3-Bücher konvertieren kann. Nur einige eingebettete CCF1/Type1-Postscript-Schriftarten (z.B. Hoefler, Minion usw.) werden etwas "blass" angezeigt, was Du in den angehängten Screenshots von pynchs Paul-Buch gut sehen kannst.
(IIRC, erfordern außerdem Dropcaps und andere Styles mit Floats u.U. kleinere Anpassungen.)
pynch_paul_eingebettet.png pynch_paul_caecilia.png brucewelch_ruhe_baskerville.png brucewelch_ruhe_caecilia.png 
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#18  beachwanderer 04-13-2015, 04:05 PM
Nur ganz kurz:

Onyx Boox E 43
OReader (Onyx-Version des AIReader)

Kein Problem mit dem Bedienen der Anmerkungslinks auf dem 4.3-inch E Ink Touchscreen in beiden Werken. Bitte die miesen Schnappschüsse zu entschuldigen, aber immerhin ein Eindruck.
Jean Paul.jpg Alexis.jpg 
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#19  brucewelch 04-14-2015, 02:23 AM
Ja, es wäre wirklich toll, wenn hier möglichst viele mitmachen würden.
Denn die Bilder sind schon sehr aufschlussreich:

Doitsu überzeugt mich nur zum Teil, dass neuerdings die Konversion von ePub zu azw3 tatsächlich die Formate erhält: Der Abstand zwischen Kapitelüberschrift und Untertitel ist deutlich größer, als ich ihn programmiert habe.
Dennnoch: Wenn die Anwahl der Links einschließlich kleingedruckter Anmerkungsziffern tatsächlich problemfrei funktioniert, wäre der aktuelle Kindle brauchbar - wenn es nicht die ärgerliche Formatbeschränkung gäbe: für mich selbst aus mehreren Gründen also leider unbrauchbar. - Kann der Kindle eigentlich die Dateien in "Ordneransicht" darbieten?

Beachwanderer: Danke für deine Teilnahme.
Dein Onyx E 43 kann vielleicht die Anmerkungslinks bedienen, er gibt aber die erarbeiteten Formatierungen nicht wieder: nach dem Untertitel der Kapitelüberschrift fehlt die Reproduktion des Trennstrichs (<hr />), und die drauf folgende Zeile hat Indent statt Noindent; ferner ist im Original die Kapitelüberschrift fett und der Untertitel kursiv. - Im "Jean Paul", dessen eingebettete Schrift nicht wiedergegeben wird, sind die Links nicht in underline programmiert, während "Erstes Bändchen" unterstrichen ist. Das Folgende erscheint nicht in kursiv etc. - Wie mag das erst bei der Darstellung von Motti, Lyrik- und Brief-Einlagen u.dgl. dann wohl aussehen? -
Wenn das die Norm bei diesem eReader ist, kommt er für mich gar nicht in Frage.

Meine Forderung lautet:

Vollständige Reproduktion des ePub-Layouts (sonst brauche ich mir die ganze Arbeit mit ästhetischer Gestaltung nicht erst zu machen) und einwandfreie Anwahl aller Links.
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#20  beachwanderer 04-14-2015, 02:44 AM
MoinMoin.

Der "Fix-mal-einstecken-Reader" für das Onleihe-Material wäre Dir eh zu klein und ist, soweit ich sehe, nach der ersten Charge auch in Europa nicht wieder aufgetaucht (oder weiß jemand mehr?).

Ich hätte da dann z.B. noch ganz konservativ, aber auch transportabel, den PB 360+, bekanntermaßen ohne Touchscreen aber mit fein definierbaren Tasten, auch für den Linkmodus. Abermals: Schnellfotos ohne Qualitätsanspruch.
Alexis PB 360+.jpg Alexis PB 360+ Anm-Link angewählt.jpg Alexis PB 360+ Anm-Link Ziel.jpg 
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