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Other Fiction Schrader, August: Das Staatsgefängniß. V1 [German] 21.5.2019
#1  brucewelch 05-21-2019, 10:15 AM
Über August Schrader ist nur wenig bekannt; er hieß mit Familiennamen eigentlich Simmel und war jüdischer Herkunft, wurde 1815 in Wegeleben bei Halberstadt, am nördlichen Rand des Harz, geboren und starb 1878 in Leipzig. Wikisource weist ihn aus als "Dichter, Jugend- und Romanschriftsteller, Übersetzer und Privatlehrer".
Sein Metier ist die Edelkolportage im Stil von Dumas (an einem von dessen schlechtesten Werken, "Der Secretair der Marquise Du-Deffand", hat er sich als Übersetzer beteiligt). August Schraders Name verbindet sich bereits bei der Veröffentlichung seines ersten größeren Werkes, "Das Testament des Grafen Hamilton" (1848), mit dem des französischen Vorbildes: sein erster Verleger, C. Berger, hatte auf den Titel "Historischer Roman nach Alexander Dumas. Von August Schrader" drucken lassen; die Werbewirksamkeit des Franzosen führte rasch zu einer zweiten Auflage, die nun als 'Originalroman' untertitelt war. Damit hatte Schrader zwar bei Zeitschriften und Verlagen der deutschen Unterhaltungsliteratur seinen Fuß in die Tür gesetzt, war aber auch zu seichter Vielschreiberei mit unvermeidlicher Tendenz zu redundanter Zeilenschinderei verdonnert.
Die meisten seiner bandreichen Sensationsromane dürften daher - nach zugegebener Maßen nur stichprobenhafter Durchsicht - heutiger Lektüre schwerlich noch wert sein.
Die Romanfolge "Das Staatsgefängniß" (4 Bde., 1849) ist jedoch insofern von Interesse, als die Handlung in der letzten Phase der Revolution von 1848/49 spielt (mit der der Verfasser mehr als nur sympathisiert); in einigen Teilen Deutschlands hat zu diesem Zeitpunkt bereits die Reaktion gesiegt und blutige Rache genommen hat. Das Ganze ist - nach Kolportagebrauch - mit einer geheimnisvollen Familiengeschichte verwoben, die im Kontext der politischen Ereignisse zu einer dramatischen Lösung führt.
1851 hat Schrader mit der Novelle "Thekla" noch einen "Epilog zum Staatsgefängniß" hinterher gesandt (der Text hat mit dem Roman allerdings nur eine thematische Verwandtschaft); da dieser keinen ganzen Band füllte, sind dem Buch damals noch zwei weitere Novellen hinzugefügt worden. Erwähnenswert ist vielleicht - zur Beleuchtung des damaligen Literaturbetriebs -, dass "Thekla" 1855 erneut unter dem Titel "Die schöne Kathi" in stark bearbeiteter Form in der Zeitschrift "Die Gartenlaube" erschienen ist (siehe meine Ausgabe von August Schrader: Die Doppelgängerin und andere Novellen).

Die verwursteten fünf Bände, also einschließlich des vollständigen "Thekla"-Bandes, umfassen im originalen Druck insgesamt 1238 Seiten.
Das Cover zeigt nach einem Aquarell von Peter Suhr ›Das Zuchthaus und Spinnhaus in Hamburg‹ (1840).
Der Text wurde durch das GoogleBooksKorrekturLeseVerfahren gewonnen. Orthographie und Interpunktion sind beibehalten, nur evidente Druckfehler wurden berichtigt. Die Seitenzahlen sind bandweise beigegeben, versteckt, jedoch visualisierbar (ggf. eMail oder PN).
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