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Poetry Mereau, Sophie: Gedichte. V1 [German] 19.4.2022
#1  brucewelch 04-19-2022, 06:46 AM
Nachdem kürzlich bereits Sophie Mereaus Übersetzung von Boccaccios "Fiammetta" hier eingestellt wurde, freue ich mich, heute eine Ausgabe ihrer Gedichte präsentieren zu können. Dabei handelt es sich um ein Konvolut der Bände "Gedichte. Erstes Bändchen" (1800) und "Gedichte. Zweites Bändchen. Serafine" (1802) sowie der Gedichte aus dem Band "Bunte Reihe kleiner Schriften", der 1805 erschien. Ein Jahr später ist die Dichterin mit gerade 36 Jahren bei der Geburt ihres sechsten Kindes gestorben.
Sophie Mereau, die mit Clemens Brentano eine Ehe ›zwischen Himmel und Hölle mit Vorherrschen der letzteren‹ geführt hat, war mit ihrer Lyrik seit den späten 1790er Jahren von Schiller gefördert worden; er hatte einige ihrer Gedichte in seinen Zeitschriften veröffentlicht, was sie ihm in ihrer Gedichtausgabe mit einem Motto dankte. Sie gehört in der Zeit zwischen 1770 und 1832 gewiss nicht in die lyrische Rangklasse eines Goethe, Brentano oder Eichendorff, hat jedoch einen ganz eigenen "Sound", der insbesondere von starken Gefühlen und einem großen Freiheitsdrang geprägt ist; und bisweilen gelingen ihr ganz wunderbare Zeilen...

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Denn ach! bald verrauscht wie Morgenträume
unser Leben, und der Vorhang sinkt.
Wir erwachen; — neue fremde Scenen
warten unser, wo kein Führer winkt.

* * *

Armer Baum! — an deiner kalten Mauer
fest gebunden, stehst du traurig da …

* * *

Seh’ ich von fern ein Gewand, an Farbe ähnlich dem deinen:
zuckt mir ein lieblicher Schreck schaudernd durch Mark und Gebein.

* * *

Was nur allein des Zufalls Laune trotzet,
die schöne Blüthe reiner Menschlichkeit,
das uns allein zu freien Wesen gründet,
woran allein sich unsre Würde bindet,
dies höchste Gut, es heißt — Selbstständigkeit

...aber das ist natürlich Geschmackssache.

Das eBook verdankt sich der Korrekturlesung der o.g. Ausgaben auf der Basis von GoogleBooks-Scans. Der originale Wortlaut blieb erhalten; in 2 Fällen wurde die "neueste Auflage" der "Gedichte" aus dem Jahr 1818 (vermutlich ein Raubdruck; aus ihm stammt das Frontispiz, das sich auf das Versepos "Serafine" bezieht) zu Rate gezogen; die Orthographie schwankt sogar innerhalb der einzelnen Bände, zwischen den Bänden, auch beim gleichen Verlag, erst recht. — Um dem bibliophilen Charakter eines Lyrik-Bandes gerecht zu werden, sind Schriften eingebettet. Für die Genießer giebt es außerdem eine Ausgabe ohne Seitenziffern, die in der Standardausgabe (verkleinert, grau) sichtbar enthalten sind.
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