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Other Fiction Mundt, Theodor: Madonna. V1 [German] 12.7.2019
#1  brucewelch 07-12-2019, 04:13 AM
"Denn es kann nichts Heiligeres mehr geben, als das Weltliche …"
Madonna, S.141f.

Mit diesem Satz reiht sich Theodor Mundts "Madonna" (1835), das literarische Hauptwerk seiner jungdeutschen Phase, ein in die trotz dem restaurativen Bündnis von Thron und Altar unaufhaltsame Säkularisierung, die in demselben Jahr theologisch betrieben wird von David Friedrich Strauß mit seinem entmythologisierenden "Leben Jesu" und literarisch von Carl Gutzkow mit seinem kalkulierten Skandalroman "Wally, die Zweiflerin". Stärker noch als letzteres Werk kommt bei Mundt die typisch jungdeutsche Vermischung von Essayistik und Belletristik zum Tragen; die fiktive Handlung tritt hinter philosophischem Räsonieren zurück, deren Positionen sich z.T. dem von Heine aus dem Exil verkündeten Sensualismus ("Wiedereinsetzung des Fleisches") nähern. Und so war es kein Wunder, dass nach diesem Werk zu seinem unendlichen Entsetzen auch Theodor Mundt in das durch Gutzkows "Wally"-Roman initiierte Publikationsverbot jungdeutschen Schrifttums 1835 mit einbezogen wurde.

Als Cover ist ein anonymes Porträt von Charlotte Stieglitz verwendet. Sie hat zu Lebzeiten starken Einfluss auf die Werke "Moderne Lebenswirren" (sie war das Vorbild der Lehrerin Esperance, der Briefpartnerin Seeligers in diesem Werk) und "Madonna" von Theodor Mundt gehabt. Ihr Suizid wurde Veranlassung für den Roman "Wally, die Zweiflerin" von Carl Gutzkow, während Mundts "Madonna" noch vor diesem Ereignis entstanden ist. Theodor Mundt war der Hausfreund des Ehepaars Stieglitz, und nach Proelß’ Darstellung (Kapitel VIII in "Das junge Deutschland", in dem auch "Madonna" eingehend behandelt wird) kann kein Zweifel daran bestehen, dass er Charlotte unglücklich geliebt hat. Noch in demselben Jahr 1835 hat er nach ihrem Suizid anonym sein Buch "Charlotte Stieglitz, ein Denkmal" veröffentlicht.

Der Text beruht auf der Korrekturlesung der Erstausgabe (436 Seiten); er reproduziert dessen Interpunktion und Orthographie, nur evidente Druckfehler sind stillschweigend berichtigt; die Seitenzahlen sind versteckt, aber visualisierbar im html-Code enthalten (ggf. PN oder eMail).

Mit "Madonna" ist die eBook-Veröffentlichung von Theodor Mundts jungdeutschen belletristischen Werken abgeschlossen.
Die übrigen Werke dieser Phase findet ihr hier:
Das Duett - Madelon - Der Basilisk - Moderne Lebenswirren.
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